Durchhalten heißt die Devise
Ohje... war das eine Druckbetankung die letzten zwei Tage!
Nachdem ich nun eine Woche frei hatte, und mich erholen konnte, nahmen mich die beiden letzten Tage wieder voll in Anspruch und brachten mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Ab dieser Woche beanspruche ich auch einen Fahrdienst, der mir bis Ende des Jahres von der Krankenkasse bewilligt wurde. Ich traue mich nicht, während der Therapie alleine unterwegs zu sein, weder im eigenen Auto und erst recht nicht in den Öffis.
Kaum noch Haare, dafür rote Fingernägel und Geschmeide, ein bisschen hübsch möchte ich doch noch sein !Am Montag startete meine Therapie um 11 Uhr, ich wurde pünktlich abgeholt, das klappte prima in den letzten zwei Tagen. Ich hatte Antikörpertherapie, und nachdem mir die Portnadel gelegt wurde, bekam ich erst eine Cortison Spritze, dann eine Durchspülung (Kochsalzlösung NaCI), hinterher dann die Antikörper. Zwischendurch bin ich eingeschlafen, eine Affenhitze in den Praxisräumen. Die Antikörper sollten in drei Stunden durch meinen Körper fließen... wir haben es in etwas über zwei Stunden geschafft, die Schwester hat den Hahn gut aufgedreht. Die Portnadel konnte bis zum nächsten Tag verbleiben, ich wurde dort prächtig verpflastert. Da ich während der Therapieeinheit über fünf Tage Cortison nehmen muss, bin ich dann mit einem Rezept entlassen worden. In der Apotheke nehmen sie das Rezept entgegen, die Tabletten werden mir am nächsten Tag wie auch sämtliche Infusionen in die Praxis gebracht, die Zuzahlungen kommen auf die Rechnung Ende des Monats. Ich werde mich kümmern müssen um eine eventuelle Zuzahlungsbefreiung, das wird langsam viel. Allerdings weiß ich noch gar nicht, wieviel Krankengeld ich bekomme ??
Kurz nach 15 Uhr bin ich wieder wohlbehalten mit dem Fahrdienst nach Hause gebracht worden. Ich habe etwas gegessen und mich dann hingelegt. Meine Mutti pflegte zu sagen, als sie schon sehr krank war : "Ich habe Beine wie gekochte Spaghetti." Genauso fühle ich mich auch ! Meine liebe Mutti hatte am Montag 20jährigen Todestag, und sie fehlt mir gerade in diesen Zeiten sehr !
Am Dienstag Vormittag war ich wieder um 11 Uhr in der Praxis. Puh... diesmal war es nicht nur eine Affenhitze, es war Sauna ! Von der ersten Therapieeinheit wusste ich ja schon von den Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen, wie auch immer man es nennen mag, und ich versuchte mich schon darauf vorzubereiten bzw. vorzubeugen. Also habe ich meine Verdauung in Schwung gebracht, die Mundspülung gegen Pilzbefall genommen und mich seelisch eingestimmt. CHOP heißt meine Therapie, SHOPPEN wäre mir lieber ! Diese setzt sich aus verschiedenen Chemowirkstoffen zusammen, ein Infusionsbeutel davon sieht immer aus wie "Aperolspritz" !
Also erst den Port durchspülen, ob er frei ist. Dann gab es dorthinein eine Spritze Cortison, eine Spritze gegen Übelkeit und Erbrechen, hinterher wieder eine Durchspülung. Endlich den "Aperolspritz", danach eine andere Sorte Chemo, zwischendurch für mich neue Tabletten, da diese Chemo die Blase reizt, und durch die Tabletten soll diese geschützt werden. Im Krankenhaus während der ersten Therapieeinheit habe ich diese nicht bekommen, und ich hatte ganz schlimme brennende Schmerzen beim Wasser lassen, dachte jedoch, das kommt von dem Harnleiterkatheder. Die dritte Sorte Chemo bekam ich nur durch eine Spritze in den Port, also ganz zum Schluss nochmal 500ml Durchspülung in Druckbetankung. Die Durchspülung soll dafür sorgen, das sich die Medikamente im Körper verteilen und der Port frei bleibt.
Um 16 Uhr war ich zu Hause, gegrillt von der Sauna in der Praxis, gefühlt, als ob mich ein LKW überrollt hat, bin ich auf der Couch umgefallen. Ich war und bin völlig platt.
Wir haben es jetzt Mittwoch Nachmittag, heute Vormittag habe ich bis um 10.30 Uhr gar nichts zustande gebracht. Heute früh waren meine Lymphknoten am Hals wieder so dick geschwollen, das ich nicht nur ein Doppelkinn sondern ein Dreifachkinn hatte ! Das war das letzte Mal auch so und geht nach ein paar Tagen zurück, aber es ist furchtbar unangenehm. Immerhin habe ich es geschafft, mir heute Mittag etwas Warmes zu essen zu machen, Kartoffeln und eine Gemüsepfanne mit Rührei. Das hat mir geschmeckt. Allerdings fängt das Sodbrennen trotz Vorbeugung wieder an, sehr unangenehm.Morgen Vormittag muss ich nochmal in die Praxis für die Immunspritze in den Bauch. Die Schwester fragte, ob ich mir zutraue, mich selber zu spritzen... ehrlich gesagt nein ! Sie hätte mir sonst die Spritze mitgegeben. Das schaffe ich nicht !


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