"Lebenspläne" Teil 1: Schule und Beruf

Als ich im Teenageralter war, hatte ich gewisse Vorstellungen, wie mein Leben später aussehen könnte. Hattet Ihr in diesem Alter auch Lebenspläne ? Es gibt aber Lebensumstände, die dazu führen, das Pläne über den Haufen geworfen werden müssen. 

Das erste Kindheitstrauma war der Beginn der Erkrankung meiner Mutter Mitte der 1970er Jahre, dieses Trauma verfolgt mich bis heute, und führte dazu, das mein Leben anders verlaufen sollte.

Als ich ungefähr 12 Jahre alt war, wollte ich Krankenschwester werden. Irgendwann stellte ich fest, das ich Spritzen ja so gar nicht mag, so habe ich diesen Traum in die Schublade gepackt. Als ich dann 14 Jahre alt war, wollte ich Hebamme werden. Für mich gibt es nichts Schöneres, als Müttern dazu zu verhelfen, ihre Babys zur Welt zu bringen. Ich finde es heute immer noch schade, das dieser Berufswunsch nicht in Erfüllung ging. 

In der Grundschule bis zur 6.Klasse war ich eine sehr gute Schülerin, so wurde beschlossen, das ich zur 7.Klasse auf ein Gymnasium wechseln sollte. Dieser Schulwechsel hatte mich total überfordert, und ich bin im ersten Jahr dort gleich um ein bis zwei Schulnoten schlechter geworden. Ich war nicht sehr fleißig. Gewissermaßen hatte mein Vater sogar Schuld daran, er sagte immer, komme gut durch die Schulzeit, du brauchst nicht Bestnoten zu haben. So habe ich nur das Nötigste gemacht, bin auch nie sitzen geblieben. An erster Stelle standen immer unsere Pferde und der Turniersport, den ich auch sehr gerne gemacht hatte, denn ich war erfolgreich. Meine Pferde waren meine besten Freunde. 

Eigentlich wollte ich nach der 10.Klasse mit Mittlerer Reife von der Schule abgehen, und eine Berufsausbildung machen, z.B. bei der Post. Hinterher hätte ich immer noch mein Abitur nachholen können. Mein Vater wollte dies nicht, also musste ich mein Abitur machen. Das gelang mir nur mittelprächtig, so dass ich leider auch nicht Biologie studieren konnte. In Biologie hatte ich mein Abitur gemacht, das war mein Steckenpferd, ebenso wie Erdkunde, Geologie, Kunstgeschichte. 

Biologie studieren fiel also wegen nicht erreichten Numerus clausus aus, an der Hochschule der bildenden Künste wurde ich nicht angenommen, dort hatte ich mich für ein Studium der Innenarchitektur beworben. Mein Vater sagte, studiere BWL (Betriebswirtschaftslehre). Meine Eltern hatten damals in den 1980er Jahren eine gut gehende Handelsvertretung in Westberlin, das diese den Fall der Mauer nicht überleben konnte, das die Mauer überhaupt einmal fallen wird, wussten wir noch nicht. Ich fing also an, BWL zu studieren. Das war nun gar nicht mein Fall, ein sehr trockenes Studium, überfüllte Hörsäle, gefühlt hat jeder in Westberlin BWL studiert. Nach drei Semestern brach ich das Studium ab. 

Ich wollte etwas Schönes machen, also schrieb ich mich bei der Kosmetikschule am Hohenzollerndamm ein. Mein Vater war überhaupt nicht begeistert, aber ich hatte auf meinem Sparbuch für damalige Verhältnisse viel Geld, alles Gewinngelder von Reitturnieren, von diesen konnte ich das Schulgeld bezahlen. Ein Jahr Schule, ein Jahr Praktikum. Anschließend wollte ich Friseuse werden, und dann am Theater eine weitere Ausbildung zur Maskenbildnerin machen. Tja, auch daraus wurde nichts. 

Nach dem Jahr Praktikum hatte ich immer mehr in der Firma meiner Eltern mitgearbeitet, da meine Mutter aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr so konnte wie sie wollte. Dort habe ich bis Ende 1994 gearbeitet, dann mussten wir Konkurs anmelden. Im September 1995 habe ich freiberuflich wieder angefangen als Kosmetikerin und Fußpflegerin zu arbeiten, in der Praxis, wo ich mein Praktikum gemacht hatte. 2005 habe ich noch eine Weiterbildung zur Podologin gemacht, und damit war wohl mein Schicksal besiegelt, für immer und ewig Fußpflegerin zu sein. 

Im November 2007 habe ich als angestellte Podologin in einer Berliner Praxis angefangen zu arbeiten. Dort war ich bis zum Beginn meiner Krebserkrankung. Wie es weiter geht, weiß ich jetzt noch nicht. Jedenfalls nicht genauso wie vor meiner Erkrankung. 

Das Universum wird einen Weg für mich finden.  

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