Die Suche nach mir

 Es könnte ja auch einmal etwas klappen....

Am 25.November sollte mir die Harnleiterschiene gezogen werden, ambulant und beim Urologen. Leider hat der Arzt die Schiene nicht zu fassen bekommen, und nach gefühlt einer halben Ewigkeit, die er in mir herumgefummelt hat... ich habe zwischendurch Schnappatmung bekommen...hat er abgebrochen. Weitere sehr deprimierende und erniedrigende Einzelheiten möchte ich Euch ersparen. 

Dann nun doch ins UKB (Unfallkrankenhaus Berlin). Dort wurde mir die Schiene auch gelegt. Ich habe einen Termin am 8.12. vereinbart. Davon jedoch war meine Onkologin nicht begeistert, denn nächste Woche soll ich meine vorerst letzte Chemotherapie erhalten. Das Immunsystem wird dadurch sehr stark herab gesetzt, und das Infektionsrisiko ist einfach zu hoch, wenn beim Ziehen der Schiene auch nur minimal verletzt wird. Das kann zum Verlust der Niere führen. Also einen neuen Termin am 8.1.2026 vereinbart... Hoffentlich klappt das ! 

Meine Haarpracht hat das Wachstum leider auch wieder eingestellt, aber ich habe wenigstens schon einen zarten Flaum auf dem Kopf und bin nicht mehr ganz kahlköpfig. Ich wünsche mir, das ich mich nach der letzten Chemotherapie langsam wieder zu einem normalen Menschen entwickeln kann. Durch Krankheit verändert sich der ganze Körper, nicht nur durch Narben der Operationen, nicht nur äußerlich, sondern auch psychisch. 

Was kommt danach? Die Angst bleibt, das alles wiederkommt, vielleicht an anderer Stelle. Der Krebs kam einfach, er hat nicht gefragt, er kam vielleicht nicht unerwartet, er kam langsam, schleichend, hat immer mehr Platz in meinem Körper eingenommen. Der Krebs war ein Einschlag in meinem Leben, er hat zerstört, das Leben kann so schnell vorbei sein. 

Mein Körper ist mir fremd geworden, ich stehe vor dem Spiegel und suche nach etwas, wie es früher war. Morgens der erste Blick in den Spiegel mit meinem Flaum auf dem Kopf bringt mich in die Realität zurück, keine Augenbrauen mehr, Cortison-Bauch, ich verliere an Kontur... es fällt mir schwer, mich so anzunehmen. Die letzten Monate haben meinem Körper so viel Kraft gekostet, die tiefe Erschöpfung ist sehr groß. Dankbar bin ich, das mein Körper das alles so mitgemacht hat. Ich versuche, ihm jetzt viel Gutes zu tun. 

Abgesehen von den Nebenwirkungen der Medikamente. Seit Ende Mai nehme ich ständig Antibiotika. Durch die Chemos sind meine Schleimhäute kaputt, nicht nur die Mundschleimhaut, auch die Magenschleimhaut, ohne Magentabletten geht nichts mehr. Die Verdauung macht, was sie will, aber nicht was sie soll. Ich frage mich, ob ich den Rest meines Lebens für die Nebenwirkungen Medikamente nehmen muss ? Wo ich so gerne Tabletten schlucke ! 

Ich freue mich auf Weihnachten, hoffe, das es mir gut geht. Ich freue mich auf die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, die Rauhnächte zwischen den Jahren, diese Zeit ist für mich schon immer etwas ganz Besonderes. Man hält inne, denkt an das vergangene Jahr, reflektiert alles nochmals. Ich denke oft an früher, an meine Eltern, wie schön auch die Weihnachtsfeste früher waren. Es überkommt mich dann eine Dankbarkeit und Ruhe. Froh bin ich allerdings, wenn dieses Jahr zu Ende geht, und ich etwas positiver das neue Jahr beginnen kann. Dort warten allerdings auch neue Herausforderungen auf mich !

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