Planlos frustriert !

 Ab heute sollte ich eigentlich meine 5. Therapieeinheit bekommen, heute die Antikörper und morgen die Chemotherapie....aber es kommt immer anders als man denkt. Unser so wunderbarer Plan ist nun wieder hinfällig. Nach der letzten Chemo und meiner Spritze für die Leukos sind diese 3 Tage später sprunghaft angestiegen, was ja Sinn dieser Spritze ist. So hoch waren die Werte seit Beginn meiner Erkrankung schon nicht mehr. Ich war beruhigt, denn ich weiß, das das nicht so bleibt, dachte aber, ich habe genügend Puffer, um ein starkes Absinken auffangen zu können. 

Nun war ich letzten Donnerstag wieder zum Blut abnehmen, und am Freitag ruft mich die Schwester an, mit der Mitteilung, das am Montag und Dienstag die Therapie nicht stattfinden kann, da die Leukos wieder nicht mehr vorhanden sind. Unser schöner Plan, bis Dezember mit den Therapien durch und an Weihnachten halbwegs fit zu sein, rückt in weite Ferne....

Also kommenden Mittwoch wieder zur Blutabnahme, und dann hoffentlich in der nächsten Woche Therapiebeginn. In der übernächsten Woche habe ich jedoch einen Termin zum Entfernen der Harnleiterschiene.... hoffentlich klappt das alles ! 

Bei der letzten Chemo hatte ich ein Krebsmedikament weniger bekommen, da mein CT so gut ausgefallen ist. Das Medikament hat die Gefühlsstörungen in den Händen verursacht. Es ist auch besser geworden, aber die Fingerspitzen sind immer noch taub. Das letzte Mal hat sich die Chemo schon verzögert, jetzt auch, ein Medikament weniger... hoffentlich wachsen die Lymphome in meinem Bauch nicht wieder. Hach... aber mein Haare sind in der Tat etwas gewachsen, das Wachstum haben sie zur Zeit jedoch wieder aufgegeben, und Holger hat immer noch längere Haare als ich !

Die Nebenwirkungen von dem allen sind fast noch schlimmer als die Therapie selber. Die ständige Antibiotikaeinnahme vertrage ich zwar ganz gut, aber ist bestimmt nicht gut für den Darm. Das hochdosierte Cortison von 100mg, was ich für fünf Tage während der Antikörper- und Chemotherapie einnehmen muss, tut sein Übriges... Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme. Das kann dauern, ehe ich die überflüssigen Kilos wieder los werde, da ich mich ja auch nicht wirklich viel bewege. Gegen Grippe impfen geht auch nicht, die Gefahr, das der Schuss nach hinten los geht, ist zu gefährlich, da mein Immunsystem ja weitestgehend nicht existiert. 

Letzten Samstag war ich mal wieder mit im Bootshaus zur Winterfestmachung. Ich habe ein wenig Laub geharkt, und die frische Luft tat mir gut. Vorletzten Samstag hatte ich in einem akuten Anfall von Wahnsinn meinen Bettkasten aus- und aufgeräumt, und sauber gemacht. Schon mittags konnte ich nicht mehr, und am Sonntag habe ich dann flach gelegen... aber ich habe eine Jeans gefunden, die mir Dank hohen Stretchanteilen passt. Ich hatte sie wohl in den Bettkasten verbannt, weil sie mir vor einigen Jahren zu groß war, und dort hatte sie vergessen. 

Und überhaupt... mir geht nichts richtig von der Hand, unser schöner Therapieplan ist wieder hinfällig, ich habe Respekt vor dem was da noch auf mich zukommt, so bin ich ziemlich frustriert.... 


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