Der Drops ist gelutscht....


Ich habe in den letzten Wochen eine ganze Menge erlebt, einiges ging fast über meine Kräfte. Die 20 Bestrahlungen habe ich hinter mich gebracht. Das war sehr anstrengend für mich, für meinen Körper. Viele verstehen das nicht : "Es sind doch nur Bestrahlungen." Auch Bestrahlungen haben, je nachdem wo bestrahlt wird, ihre Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen. Mein Bauch wurde bestrahlt, also war auch der Darm im Weg, der eigentlich nicht bestrahlt werden sollte, aber es ging nun mal nicht anders. Ergo Durchfall, Magenprobleme und ich leide seitdem noch stärker unter dem Fatique-Syndrom. Fatique bedeutet extreme Erschöpfung, Müdigkeit, die sich durch Ruhe nicht bessert. Meine Blutwerte, sprich Leukozyten und Thrombozyten sind immer zu niedrig. Deshalb bin ich wahrscheinlich chronisch mal weniger, mal mehr verschnupft. Mein Blutdruck fährt Achterbahn, stabil ist anders. Ich schmecke auch nicht mehr so viel. Also es kann nur besser werden ! 


Ende des Monats fahre ich zur Kur oder Reha, wie auch immer die richtige Bezeichnung ist. Ich bin schon mächtig aufgeregt, denn es ist das erste Mal, das ich zu einer Reha fahre, und überhaupt das erste Mal, das ich alleine verreise. Ich hoffe, das ich mich dort gut erholen kann, und auch psychoonkologische Hilfe bekomme. Bis dahin sind es noch drei Wochen, es stehen noch Arztbesuche, Blutabnahmen und eine Antikörpertherapie an. Acht Wochen nach Bestrahlungsende soll ich wieder ins CT, das wäre Ende Mai. Erst dann können wir sehen, ob die Bestrahlungen Erfolg hatten !


Meine Haare wachsen in einer undefinierbaren grauen Farbe mit Löckchen heraus, eigentlich sehe ich mehr aus wie ein Wischmopp !  Vor der Reha werde ich noch die Konturen von meiner Freundin etwas nachschneiden lassen. Währenddessen darf sich Holger mit der Katze zu Hause vergnügen. Das wird ja kein Problem sein, da beide in einer friedlichen Koexistenz leben. 

Karfreitag und Ostersamstag waren wir im Spreewald paddeln, das heißt, Holger kutschiert mich ja immer noch im Zweier durch die Gegend. Es war kalt, windig, halt das typische Osterwetter ! Aber es tat gut, mal rauszukommen ! Hinterher war ich zwar total knülle, aber das war ja abzusehen! 


Da ich ja meine Kündigung zu Ende September bekommen habe, habe ich auch meinen Praxisschlüssel abgegeben. Leider haben sie meine ehemalige Kabine schon völlig umgebaut, und nicht noch einmal nachgefragt, ob in dem Beistellschrank noch Sachen von mir waren. Also sind einige Dinge, die ich damals aus meiner Freiberuflichkeit mitgebracht hatte, verschwunden ! Danke dafür ! Traurig ist nur, das ich mich nach fast 18jähriger Arbeit in dieser Praxis fühle, als ob ich "entsorgt" wurde. Es bleibt ein feuchter Händedruck, jeder ist ersetzbar, und wenn nicht, wird dein Arbeitsplatz einfach wegrationalisiert. Aber ich hätte es besser wissen müssen, denn vor Jahren wurde meine Kollegin auch entlassen, weil sie erkrankt war. Da habe ich logischerweise nicht daran gedacht, das es mir mal genauso gehen wird. Wie heißt das Sprichwort ? Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo eine Andere ! Aber der Drops ist auf jeden Fall gelutscht !

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