REHA und Folgen
Nach langer Zeit füttere ich nun endlich mal wieder meinen Blog. Es ist viel geschehen, Positives, auch Negatives, Dinge, die mich überfordern, Dinge, die mich kraftlos machen, aber auch Dinge, die mir Mut machen und Selbstvertrauen geben.
Vom 29.April bis zum 20.Mai war ich zur Reha. Das erste Mal in meinem Leben, und zwar im wunderschönen Buckow in der Märkischen Schweiz. Es hat mir gut dort gefallen, sowohl die Klinik als solches, als auch der wunderschöne Klinik- und Schloßpark im Frühling. Mein Zimmer ging zur Park- und Seeseite, das ist der Griepensee, hinaus, und am Lauteten war das Gezwitscher der Vögel. Herrlich, auch das Wetter spielte zum größten Teil mit, es war schon richtig warm, und es gab nur an zwei oder drei Tagen Regen. Das Essen war gut, morgens und abends gab es Buffet, und mittags immer jeweils zwei Essen zur Auswahl mit Salat und einer Nachspeise. Die Rehaklinik wurde durch die beste Bäckerei der Gegend beliefert, und das Brot und die Brötchen waren einfach klasse.
Holger hat mich hingebracht, und die erste Zeit fühlte ich mich etwas verloren. Nach ein paar Tagen jedoch habe ich mich eingewöhnt, einige Bekanntschaften geschlossen und das Haus und die Umgebung kennengelernt, so das es leichter wurde. Leichter wurden jedoch nicht die Anwendungen, die haben mich ganz schön gefordert. Manchmal dachte ich, es ist einfach noch zu früh... ich hatte ja auch die Bestrahlungen gerade erst hinter mir. Die Onkologen sagen, mein Körper braucht mindestens noch ein halbes Jahr, um Chemotherapie und Bestrahlungen zu verkraften. Zudem sind meine Blutwerte auch immer noch nicht optimal. Und zwei weitere Jahre bekomme ich ja noch Antikörper.
Tapfer jedoch habe ich alles mitgemacht, mein Blutdruck stieg wieder in ungeahnte Höhen, aber ich lief auch immer die Treppen... verdammt, es muss doch alles mal besser werden ! Wassergymnastik war klasse, ebenso wie Qi Gong, Nordic Walking, auch das Sensibilitätstraining für meine Finger (Neuropathie durch Chemo) hat mir sehr gut getan. Ich hatte dann gleich am Anfang einen 24 Stunden Blutdruckmesser und wurde dann auf eine niedrige Dosis Blutdrucksenker eingestellt. Allerdings ging mein Blutdruck während der Reha nicht wirklich runter, erst jetzt wieder zu Hause. Ich war teilweise so erschöpft, das ich in den freien Zeiten nur auf meinem Bett lag und meist sofort eingeschlafen bin. Andere Rehabilitanten sind zwischendurch noch spazieren gegangen oder haben im Haus andere Aktivitäten gemacht. Leider habe ich auch nicht das Gefühl, durch die ganzen Aktionen fitter geworden zu sein. Das bedarf weiterer Arbeit zu Hause !Auch einige Veranstaltungen außerhalb der Therapie habe ich mitgemacht, einmal einen Filzkurs (wird nicht meine Leidenschaft) und eine Korbflechtkurs. Dank der guten Anleitung und Hilfe des Korbflechtmeisters habe ich einen schönen Korb zustande gebracht, auf den ich sehr stolz bin. Am letzten Sonntag hatte ich noch eine Kremserfahrt mitgemacht, das war sehr schön. Zuerst ging es nach Waldsieversdorf in ein Cafe mit lecker Kuchen, dann hat der Kutscher noch eine tolle Runde in Buckow gedreht und viel über die Geschichte des Städtchens erzählt. Vor dem Kremser waren zwei schöne Kaltblüter gespannt: Aragon, 13jähriges deutsche Kaltblut und Magda, 12jähriges polnisches Kaltblut (kann aber deutsch, sagte der Kutscher😉!)
Dann nach drei Wochen war die Zeit vorbei... eine Verlängerung wollte ich nicht, ich war mit meinen Kräften am Ende. Meine Knie schmerzten und gefühlt jeder Muskel im Körper. Mein rechtes Knie hat mehr gelitten, ich war dann bei der Orthopädin und habe so eine schöne Manschette für das Knie bekommen, die mir sehr hilft. Knorpelschaden und Meniskuseinriß. Treppen laufen ist das Schlimmste für die Knie, sagte die Doktorin... und ich Depp bin bei der Reha immer treppauf treppab gelaufen, ich dachte, ich tue mir was Gutes !
Ich habe allerdings wieder mehr Selbstvertrauen bei der Reha bekommen, traue mich seitdem wieder alleine raus und laufe fast jeden Tag, es sei denn, etwas anderes wirft mich wieder aus der Bahn... wie jetzt fast eine Woche schlimme Rückenschmerzen, die mich manchmal bewegungslos machten. Da traue ich mich noch nicht einmal, meine Yogaübungen zu machen, jede Bewegung ist zuviel... außer gehen, das geht !
Ich habe auch Rehasport für ein halbes Jahr und ab Juli Wassergymnastik, es geht voran!
Letzten Montag war ich wieder zur Antikörpertherapie, die mich diesmal völlig aus den Schuhen geworfen hat, und ich den Rest des Tages nur noch malade auf der Couch gesessen habe, Dienstag ging es mir dann aber wieder besser. Meine Blutwerte, zwischendurch waren die Leukos gestiegen, waren wieder an der unteren Grenze, ob das nochmal was wird! Am letzten Freitag war ich dann zum Kontroll-CT im Sana-Klinikum, das hat mich wieder Nerven gekostet. Das Ergebnis bekomme ich leider erst am 2.Juli, da meine Onkologin auch Urlaub hat. Also wieder warten und die Ängste werden dadurch auch nicht weniger. Danach werden wir entscheiden, ob wir in den Urlaub fahren können, das wünsche ich mir sehr, auch wenn ich wahrscheinlich etwas ausgebremst sein werde.





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