Plötzlich Rentner.... und nun ?
So... ich habe fertig, habe mir allerdings meinen Eintritt ins Rentnerleben anders vorgestellt. Eigentlich wurde ich in die Erwerbsminderungsrente hinein geschubst. Unwillkürlich kommen einem da schon einige Gedanken... DAS ist der letzte Abschnitt in deinem Leben, die Zeitspanne, die du zur Verfügung hast, wird unweigerlich kürzer ! Wie gestaltest du dein Rentnerdasein ? Da meine Erkrankung jedoch zu 90% mein Leben bestimmt, muss ich mich danach richten. Ich wünsche und hoffe, das es irgendwann wieder besser geht, und ich noch gute Jahre vor mir haben werde.
Da ich ja mehr Krankengeld bekommen habe, als ich Rente bekomme, kriege ich erstmal zwei Monate gar kein Geld, um das auszugleichen. Meine erste Rentenzahlung bekomme ich zum 1.Oktober, da rückwirkend ausgezahlt, also erst Ende Oktober. Auch das werde ich schaffen ! Meine Rente ist wirklich nicht hoch, wie sagt man, zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel ! Aber man kann viel sparen, Kleidung habe ich genug, und wenn ich etwas Neues brauche, tut es auch das Shirt für 5 € anstatt für 20€, es muss auch keine Gesichtscreme für 25 € sein, die für 4 € tut es auch, usw......
Natürlich habe ich auch ein lachendes Auge ... meine EM-Rente ist unbefristet, d.h. sie wird längstens bis zum Eintritt in die Regelaltersrente gezahlt, und, da mein Arbeitgeber mich ja zu Ende September gekündigt hat, muss ich auch Ende November nicht mehr zum Arbeitsamt, denn da wäre mein Krankengeld ausgelaufen. Also versuche ich mich zu entspannen, und werde das Beste daraus machen !
Wie geht es mir sonst so ? Nach meiner letzten Antikörper-Therapie hatte ich das Gefühl, die Antikörper feiern Party in meinem Körper. Das muss nicht unbedingt negativ sein, dann tun sie wenigstens etwas und hindern die Krebszellen daran zu wachsen, aber ich lag erstmal drei Tage zu Hause und hatte das Gefühl, ich habe eine schwere Grippe. Nach wie vor habe ich viel Schmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, leider auch gelegentlich Bauchschmerzen.... da schrillen immer meine Alarmglocken, und die Angst ist wieder da. Was tut man, wenn die Angst Oberhand gewinnt? Ich sage mir immer wieder, alles wird irgendwann gut und atme ! Auch mit Übelkeit und Erbrechen plage ich mich herum, beim letzten CT hatten sie eine Entzündung des Magenausgangs festgestellt, ich denke, das ist der Grund. Medikamente helfen teilweise.
Wie geht es weiter ? Diese Woche wieder Termin bei der Onkologin, Blutabnahme, Anfang Oktober Kontroll-CT, Mitte Oktober wieder Antikörper. Es wird nicht langweilig. Zu Hause fange ich an, Dinge auszusortieren, um mich von unnötigem Ballast zu befreien. Das geht nur langsam voran. Wenn ich zwei Stunden Hausarbeit oder ähnliches mache, muss ich mich erstmal wieder ausruhen. Es ist halt so ! Im November wollen wir vielleicht das kleine Zimmer renovieren, und neu gestalten, das wird auch ein Kraftakt !
Was wird aus meinen Lebensträumen ? Nichts, ich träume weiter.... für einige Dinge bin ich zu alt, für einige zu krank. Ich würde gerne noch einmal Polen und das Baltikum bereisen, Finnland, Schweden, Norwegen... eine Rundreise. Griechenland wäre auch mal schön, allerdings nur in der Vor- oder Nachsaison, sonst ist es mir zu warm und zu voll. Rumänien soll ein tolles interessantes Reiseland sein mit viel Kultur. Flugreisen sind abgelehnt, manche Länder gucke ich mir lieber als Reisebericht im Fernsehen an, aber da muss ich nicht hin. In meinem früheren Leben bin ich oft genug geflogen, und das war nie meine Leidenschaft. Tja... und wenn das liebe Geld nicht wär !!!

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